Eugen Tannzwackers Josy 2

Die Anker hoch!

Leise schlagen die Wellen der Evita an den alten Lastkahn aus dem 19 Jahrhundert. Eine Briese kommt an der Bricks auf, aber das Wetter soll sonnig bleiben. Die Josy 2 liegt in der Vorschleuse von Snottingen und Eugen macht sich gerade am Anker zu schaffen. Zum dritten mal putzt er jetzt die Kette in dieser Woche. Eigentlich sollte er schon unterwegs sein um einen Wanderpokal weiter zu reichen, den Josefine im letzten Monat für die Gärtnerei gewonnen hat. Aber der Preis ist noch nicht mal in Snottingen angekommen. Die Leute bei der Post haben mal wieder alles versaubeutelt und statt des Pokals einen Stein für den 3. Platz gebracht. Wie zynisch: Ein sauerer Drops war auch dabei… Hätten die beim MOC des Monats doch nur den DPD als Versender genommen! Der ist zuverlässig. Jetzt kann Eugen hier rumwarten. Und nichts dauert bekanntlich länger als warten…

Na ja, heute will Eugen noch mal das Aggregat prüfen, die Josy betanken und dann am Pier ein bisschen fegen. Bald ist wieder Wochenende und für Sonntag haben sie schon die Jungs vom Shanty-Chor angekündigt. Die lassen sich gerne von Eugen über die Bricks schippern und singen dabei ihre maritimen Lieder. „Watt schall wie duhhh witzzz tze dranken sääälorrrr“ und so. Eugen stört das nicht! Wenn die Jungs anfangen zu singen schaltet er einfach sein Hörgerät ab und genießt die Fahrt mit seiner Josy.

Vielleicht kommt der Preis ja heute doch noch an. Gerade fährt wieder das gelbe Auto auf der Brickuferstraße vorbei … und hält nicht an. Eugen zuckt mit den Schultern. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Josy 2

Historisches

Im Hafen von Cross-Axelton hat Eugen Tannzwacker Ende der 80er Jahre einen alten Lastkahn gefunden, der noch aus der Zeit der Schiffbarmachung der Bricks stammt. Mit dem damals schon alten Kahn hat die Baufirma Bilfußer&Thaler das Material für die Schleusenbauwerke und Hafenanlagen herbeigeschafft. Nach dem Bau der Wasseranlagen war der Lastkahn noch lange bei der Flußvertiefung im Einsatz, wurde dann ausgemustert und blieb einfach im Hafen von Cross-Axleton liegen.

Eugen hat dann 1993 im Auftrag der Stadt Cross-Axleton den Schrotthaufen „entsorgt“ und in Snottingen liebevoll wieder hochgepeppelt. So ein ABS-Rumpf ist eben unverwüstlich und als Rentner hatte er Zeit und Sehnsucht: Nachdem Josefine die Gärtnerei übernommen hatte wollte Eugen wenigstens noch über irgendetwas das Kommando haben und das schöne an so einem Lastkahn ist, SIE wiederspricht nicht!

Für die Statistik

Josy 2 besteht aus 418 Teilen und Eugen. (Papa von Josefine) Als Fremdteile kam schwarzer Zwirn zum Einsatz und ein paar selbstgemachte Sticker.

Josy habe ich nicht selbst erfunden. Nachdem ich einen solchen Lastkahn bei www.brickstothepast.com entdeckt habe, musste ich den einfach nachbauen. Ein paar (gewollte) Änderungen sind schon dran, man erkennt die Vorlage aber deutlich.

Die Josy wurde bereits im Juni 2015 auf Kiel gelegt und war eine „Nebenher-Mitbestell-Projekt“ um bei Bricklink auf die teils eklatanten Mindestpreise in diversen Shops zu kommen. Im November wurde sie dann fertig. Aufgrund anderer Veröffentlichungsprioritäten, wurde Josy immer hinten angestellt. Aber jetzt ist ja Sommer (oder jedenfalls dass was in Mitteeuropa als Sommer betrachtet wird: Der Regen wird wärmer!) und ich kann beim Warten auf die LUG-Bulk Lieferung wunderbar Bauwerke aus dem letzten Winter zeigen.

Mehr Fotos gibt’s wie immer auf Flickr zu sehen.

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