Gärtnerei Tannzwacker – 1. Teil

Prolog

Dorf Snottingen 1903. Zufrieden schmaucht Wilhelm Tannzwacker an seiner Pfeife. Er hat gerade das Geschäft seines Lebens per Handschlag mit dem Ortsvorsteher von Snottingen, Magnus Prinzius, besiegelt. Fast das komplette Gelände der Gärtnerei von Vater Friedhelm mit dem alten Landhaus, der Baumschule am Flußufer und das ganze Brachland an der Bricks – insgesamt gute 18 Hektar Land – hat er an die Gemeinde verkauft.  Dafür hat er einen guten Preis erzielt und zusätzlich ein fast vier mal so großes Grundstück an der Landstraße zwischen Snottingen und Cross-Axleton erhalten. Ein kleines Stück der alten Gärtnerei hat er behalten. Darauf steht das Stammhaus der Familie und das Juwel  des Familienbetriebs: Das beheizbare Gewächshaus.

Lange Verhandlungen gingen dem voraus. Zuerst konnte sich Wilhelm gar keinen Reim darauf machen, warum die Gemeinde unbedingt sein Land haben wollte.  Aber dann hat er im Reichsanzeiger gelesen das die ABS-Fabriken in Cross-Axtleton an das Reichsbinnenschifffahrtsnetz angeschlossen werden sollen. Die Produktionsmengen aus Cross-Axleton sind auf Dauer nicht mehr mit Kutschen transportierbar, geschweige denn können die ganzen Rohstoffe, die aus dem Reich herangeschafft werden müssen, per Kutsche angeliefert werden. Und dieses moderne Zeugs, … „Motorwagen von LMW“ … dass funktioniert auch nicht wirklich! Diese motorisierten Kutschen packen ja noch nicht mal die Steigung über die Quaderkuppe . Und da müssen sie rüber, wenn sie nach Cross-Axleton wollen.

Als er von den Ausbauplänen im Anzeiger gelesen hat war alles Sonnenklar! Die wollen eine Staustufe in Snottingen bauen.  Dafür brauchen sie das Gelände, nur so bekommen sie die Bricks schiffbar. Schlagartig war ihm klar, dass er seine monetären Forderungen horrend nach oben treiben würde.

Zähneknirschend hat ihm letztlich der Ortsvorsteher zusätzlich zum Kaufpreis ein großes Stück des Gemeindewaldes für einen symbolischen Reichstaler überlassen. Mit der Erlaubnis zur Umnutzung der Forstflächen für landwirtschaftliche Zwecke. Der Familie Tannzwacker stehen goldene Zeiten bevor, da kann man schon mal zufrieden ein Pfeifchen rauchen.

Teil 1 – Das alte Gewächshaus

Das alte Gewächshaus
Bild: Das alte Gewächshaus

Stadt Snottingen 2016  – Das alte Gewächshaus der Gärtnerei Tannzwacker ist ein Klinkerbau aus dem 19. Jahrhundert.  Josefine ist sich nicht ganz sicher, ob ihr Ur-Urgroßvater Friedhelm das Gebäude 1853 oder 1854 hat errichten lassen. Jedenfalls ist es alt. Sehr alt. Damals gab es hier am Rand des Dorfes Snottingen nicht wirklich etwas anderes außer Brachland. Nur das Gewächshaus und die alte Baumschule vom Friedhelm und seinem Vater Georg beim verlassenen Landhaus. Mittlerweile befindet sich das Eiscafé Rialto im alten Landhaus, dass von den Candagios liebevoll restauriert wurde.  Das alte Gewächshaus liegt heute eng umbaut in der Snottinger Innenstadt und wird immer noch für die Anzucht von Schnittblumen für den Blumenladen genutzt. Das Geschäft der Tannzwackers läuft gut und seit Geerd van Grasharker im Betrieb mitarbeitet kann sich Josefine um die Expansion kümmern.  Aber Josy muss aufpassen! Zwei mal hat sie schon die Tomatenstöcke des Holländers aus dem Gewächshaus entfernen müssen. Und jedesmal: Drama Drama Drama! Zum Glück ist Grundstück in der Innenstadt relativ knapp bemessen, sonst würde  Geerd noch seinen Wohnwagen hier irgendwo abstellen wollen…

Geerd van Grasharker
Bild: Geerd van Grasharker

Durch den Schulgarten neben dem Gewächshaus schleicht ab und an die Nachbarskatze Lizzy auf der lauer nach Singvögeln oder Nagern. Heute treibt aber der Ortsansässige Entomologe Charles Butterfly sein Unwesen auf dem Gärtnereigelände. Gerade hat ein Schmetterling der seltenen Art Friendius Haarschleifolie seine Aufmerksamkeit erregt. Der fliederfarbene Falter fehlt noch in seiner Sammlung.  Armes Tier…

Charles Butterfly
Bild: Charles Butterfly

Für die Statistik

Das Gewächshaus ist Teil des Ensembles „Gärtnerei Tannzwacker“ und besteht aus ca. 1600 Bauteilen plus 2 Minifiguren.

Planungszeit: September 2015 – Februar 2016.
Bauzeit: 8 Wochen, Februar bis April 2016.

Personen auf dem MOC

  • Geerd van  Grasharker (Angestellter der Tannzwackers )
  • Entomologe Charles Butterfly
  • Zwei Schmetterlinge „Friendius Haarschleifolie“

Weiterführende Verbraucherinformationen

Die erste öffentliche Vorführung der Gärtnerei Tannzwacker findet am 11. und 12. Juni 2016 im Stadttheater Rüsselsheim  anlässlich der 1. BFRM LEGO-Ausstellung  in Rüsselsheim statt. Die Ausstellung ist Teil des Festival der Kulturen 2016  und wird dankenswerter Weise von Kultur123 Rüsselsheim unterstützt. Der Eintritt ist kostenlos. Für Leibliches Wohl und kulturelles Rahmenprogramm ist gesorgt. Rüsselsheim am Main ist eine Reise wert!

Mehr Bilder gibt es wie immer auf Flickr. Noch mehr Stadtgeschichten gibt es auf snottingen.de  nachzulesen.

Der zweite Teil der Tannzwacker-Saga erscheint in wenigen Tagen auf diesem Blog. Klicken Sie also auch nächste Woche wieder rein, wenn es heißt: „Josy! Der Mistköter von Schrippenkneters hat wieder an die Laterne gekackt!“

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